{"id":39,"date":"2016-10-13T19:40:47","date_gmt":"2016-10-13T17:40:47","guid":{"rendered":"http:\/\/rigischwingfest.tk\/?page_id=39"},"modified":"2017-02-03T11:03:09","modified_gmt":"2017-02-03T10:03:09","slug":"sennengesellschaft","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/rigi-schwingen.ch\/?page_id=39","title":{"rendered":"Die Sennengesellschaft Arth"},"content":{"rendered":"<p><strong>Von der Sennen-Bruderschaft zur Sennengesellschaft Arth<\/strong><\/p>\n<p><strong>Vorbemerkung<\/strong><br \/>\nAuf den ersten Blick mag man sich vielleicht fragen, weshalb in der 100j\u00e4hrigen Jubil\u00e4umsschrift des Schwingerverbandes am Rigi der Sennengesellschaft ein gr\u00f6sserer Beitrag gewidmet wird. Der Grund liegt schlicht und einfach darin, weil die Sennengesellschaft Arth nachweisbar in der Geschichte und Entwicklung des Schwingerwesens, insbesondere des Rigi-Schwingfestes, einen wichtigen Stellenwert einnimmt.<br \/>\nEs rechtfertigt sich deshalb, dass diese Tatsache in dieser Jubil\u00e4umsschrift der Nachwelt erhalten bleibt.<\/p>\n<p><strong>Entstehung<\/strong><br \/>\nDie Gr\u00fcndung der ersten Sennen-Bruderschaft reicht im Kanton Schwyz in das sp\u00e4te 16. Jahrhundert zur\u00fcck. Diese urspr\u00fcnglich religi\u00f6s gepr\u00e4gten Vereinigungen z\u00e4hlen im zentralschweizerischen Alpenraum zu den \u00e4ltesten K\u00f6rperschaften. Sie entstanden, als das Hirtenbrauchtum im wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Leben noch eine dominierende Bedeutung hatte. Die Bauern, Sennen, Hirten und \u00c4lpler sahen sich und ihr Vieh in unvergleichbar st\u00e4rkerem Masse der Unbill von Seuchen und Naturkatastrophen ausgesetzt, als dies heute der Fall ist. Dazu trug der Volksglaube bei, D\u00e4monen und Geister seien die Urheber folgenschwerer Ereignisse, von denen es sich zu sch\u00fctzen gelte. So wurden in Verbindung mit einem kirchlichen Gel\u00f6bnis da und dort Bruderschaften gegr\u00fcndet, unter anderem auch in Arth, um durch die Anrufung des Allerh\u00f6chsten und der F\u00fcrbitte der heiligen Antonius und Wendelin, der Muttergottes oder der \u00f6rtlichen Kirchenpatrone f\u00fcr Mensch und Tier Schutz und Hilfe zu erhalten. Dass \u00c4lpler und Sennen das vermeintliche B\u00f6se mit magischen Gestalten fernzuhalten versuchten, daran erinnern uns bis in die Gegenwart, wenn auch in anderer Form, z.B. die &#8222;Tsch\u00e4meler&#8220; von Gersau und K\u00fcssnacht.<\/p>\n<p><strong>Der grosse Viehsterbet setzte Zeichen<\/strong><br \/>\nAls im Heumonat (Juli) 1593 die Sennen des Rigigebietes durch einen pl\u00f6tzlichen grossen Viehsterbet auf den Rigi-Alpen aufs H\u00f6chste erschreckt wurden und in einer einzigen Nacht in verschiedenen H\u00fctten \u00fcber hundert St\u00fcck Vieh zugrunde gingen, beschlossen die Rigi-\u00c4lpler, eine Bruder- wie Sennengesellschaft ins Leben zu rufen, um solchem Unheil unter dem Viehstande k\u00fcnftig vorzubeugen. Noch im gleichen Jahr wurden solche Institutionen in Gersau, Vitznau sowie im urnerischen B\u00fcrglen auf die Beine gestellt. Der Zeitpunkt dieser Sennen-Bruderschaften zeigt deutlich, dass diese K\u00f6rperschaften bezwecken, beim Allm\u00e4chtigen F\u00fcrbitte einzulegen, um Sennen, Vieh und Alpen vor Ungl\u00fcck, Krankheit und Seuche zu bewahren.<\/p>\n<p><strong>. . . dann folgte die Sennengesellschaft Arth<\/strong><br \/>\nNach alter Tradition war die Mitgliedschaft in der Sennengesellschaft nur Tr\u00e4gern eines Unterallmeind-Geschlechtes vorbehalten, welche in der Gemeinde Arth ihren Wohnsitz hatten. Als einzige Ausnahme k\u00f6nnen seit 1946 auch B\u00fcrger von Steinerberg mit einem Unterallmeind-Geschlecht Mitglieder der Sennengesellschaft werden, da einige auf der Rigi ihre \u00c4lplert\u00e4tigkeit aus\u00fcben. Ein Antrag eines Ober\u00e4llmigers auf Aufnahme in die Sennengesellschaft wurde im Jahre 1965 klar abgelehnt.<br \/>\nZur Organisation ist auszuf\u00fchren, dass sich das Sennenkomitee (Vorstand) aus dem Sennenprobst (jeweils der amtierende Pfarrherr von Arth, dem Sennenammann, Sennenvater, Sennengrossvater und Sennens\u00e4ckelmeister (Kassier) zusammensetzt. Diese werden als &#8222;Altsennen&#8220; bezeichnet. Zus\u00e4tzlich sind acht Jungsennen dabei (ledige Burschen), welche Sennenf\u00e4hnrich und Nebenf\u00e4hnrich, Kerzenvogt, Kerzenhelfer, 1. und 2. Tanzschenker sowie 1. und 2. Sennenrat sind. Diese Sennenr\u00e4te kamen erst ab 1925 hinzu. Das vorumschriebene Gremium von 13 Personen bildet die eigentliche Gesellschaft. Interessant zu wissen ist auch, dass die Amtszeit im Sennenkomitee \u00fcblicherweise von einer &#8222;S\u00e4nnechilbi&#8220; zur anderen dauert, welche in den letzten Jahren jeweils alle vier bis sechs Jahre durchgef\u00fchrt wurde. Bei der Wahl der &#8222;S\u00e4nnemeitli&#8220; sind die Jungsennen dagegen betreffend Familienname und Wohnsitz frei. Schon oft hat sich aus solchen &#8222;S\u00e4nnep\u00e4rli&#8220; ein Lebenspaar gebildet, das der Sennengesellschaft f\u00fcr Nachwuchs besorgt war. Im Jahre 1993 durfte die Sennengesellschaft Arth das 400j\u00e4hrige Bestehen feiern. Es war ein Jubil\u00e4umsanlass, dem in jeder Beziehung ein voller Erfolg beschieden war und der als gegl\u00fccktes Volksfest in die Sennengeschichte eingegangen ist. Bei dieser Jubil\u00e4umsfeier kam wieder einmal mehr zum Ausdruck, was Kameradschaft und Einigkeit bedeuten. Uneigenn\u00fctzig stellten sich die Schwinger der jubilierenden Sennengesellschaft zur Verf\u00fcgung, um sowohl in der Festwirtschaft als auch beim Umzug wacker Hand anzulegen.<\/p>\n<p><strong>Die Sennengesellschaft Arth und das Rigi Schwing- und \u00c4lplerfest<\/strong><br \/>\nIm Gebiete der Innerschweiz waren die Alpbruderschaften oder Sennengesellschaften urspr\u00fcnglich die Betreuer der \u00c4lplerspiele, die neben dem Schwingen und Steinstossen auch Alphornblasen, Fahnenschwingen, &#8222;H\u00e4ggle&#8220; sowie Laufen und Springen umfassten. Die Veranstaltungen, die sich ausschliesslich auf den Alpen abspielten, wurden im Volksmund &#8222;Afet\u00fcren&#8220;, d.h. Wettspiele oder &#8222;Bergdorfet&#8220;, genannt.<br \/>\nDie Rigi-\u00c4lpler liebten damals zwei Veranstaltungen, das \u00c4lplerfest im Juli und die &#8222;S\u00e4nnechilbi&#8220; im Herbst oder in der Fasnachtszeit, das eine im Sommer auf den Alpen, das andere im Winter im Tal. So d\u00fcrfen in der Urschweiz die Sennen- und \u00c4lplergemeinschaften, namentlich im Kanton Schwyz wie in Ob- und Nidwalden, als jahrhundertalte Tr\u00e4ger des Schwingens bezeichnet werden. Bis Ende des 19. Jahrhunderts war es dann auch die Sennengesellschaft Arth, die bis 1895 allein f\u00fcr das jeweilige Rigi-Schwingfest verbunden mit den \u00fcbrigen Wettkampfspielen verantwortlich zeichnete. 1895 kam alsdann die Schwingervereinigung (heute Schwingerverband am Rigi) hinzu, welcher die technische Durchf\u00fchrung des Schwingeranlasses oblag, und zwar nach den Satzungen des Eidgen\u00f6ssischen Schwingerverbandes. Im Jahre 1942 wurde die Organisation des Rigi-Schwingfestes unter diesen beiden Tr\u00e4gerschaften vertraglich vereinbart, und bis auf den heutigen Tag blieb dieses Vertragspapier unangetastet. Diese Tatsache beweist, dass zwischen den Sennen und Schwingern Zusammengeh\u00f6rigkeitsgef\u00fchl, gemeinsam Althergebrachtes zu erhalten und zu f\u00f6rdern, noch grossgeschrieben wird!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von der Sennen-Bruderschaft zur Sennengesellschaft Arth Vorbemerkung Auf den ersten Blick mag man sich vielleicht fragen, weshalb in der 100j\u00e4hrigen Jubil\u00e4umsschrift des [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":0,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/rigi-schwingen.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/39"}],"collection":[{"href":"http:\/\/rigi-schwingen.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"http:\/\/rigi-schwingen.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/rigi-schwingen.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/rigi-schwingen.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=39"}],"version-history":[{"count":3,"href":"http:\/\/rigi-schwingen.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/39\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":75,"href":"http:\/\/rigi-schwingen.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/39\/revisions\/75"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/rigi-schwingen.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=39"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}