{"id":16,"date":"2016-09-27T15:07:40","date_gmt":"2016-09-27T13:07:40","guid":{"rendered":"http:\/\/rigischwingfest.tk\/?page_id=16"},"modified":"2017-02-03T11:01:30","modified_gmt":"2017-02-03T10:01:30","slug":"rigi-geschichte","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/rigi-schwingen.ch\/?page_id=16","title":{"rendered":"Aus der Geschichte"},"content":{"rendered":"<h1>Das Schwingen<\/h1>\n<p><strong>Schwingen \u2013 eine typische Schweizerart<\/strong><br \/>\nWenn ein Schwingklub oder ein Schwingerverband ein rundes Jubil\u00e4um feiern darf und zu diesem Anlass an die Klub- oder Verbandsmitglieder als Geschenk eine Jubil\u00e4umsschrift \u00fcbergibt, in welcher die Geschichte der Organisation \u00fcber all die Jahre festgehalten ist, darf in einer solchen Abhandlung ein Beitrag \u00fcber die Entstehung des Schwingens nicht fehlen. Vor allem f\u00fcr unsere Jungschwinger und Aktiven von morgen sollen hier die Wurzeln des Schwingens in kurzen Z\u00fcgen festgehalten sein. Es ist denn auch ihre Aufgabe, daf\u00fcr zu sorgen, dass die Geschichte von einst und jetzt der Nachwelt erhalten bleibt.<\/p>\n<p><strong>Ein uraltes Hirtenspiel<\/strong><br \/>\nWenn immer wir Umschau halten oder eindringen in die Geschichte der Gegenwart und der Vergangenheit, begegnen wir bei allen V\u00f6lkern und zu allen Zeiten dem Trieb des Menschen zum Spiel und Wettkampf. Es mag denn nicht verwundern, dass uns E. Mehl in seinen wissenschaftlichen Forschungen mit dem Gedanken anregt, das mit der Hirtenkultur eng verflochtene Schwingen reiche wahrscheinlich bis in die Steinzeit zur\u00fcck. \u00c4hnlich \u00e4ussert sich auch 1791 der Kenner schweizerischer Volkskunde J. Stalder, wenn er schreibt: &#8222;Da in Brienz, Obwalden, Entlebuch, Emmental und Saanen bl\u00fcht noch eine Gymnastik, die in das entfernteste Dunkel der Vorzeit hinaufreicht.<\/p>\n<p>Selbstverst\u00e4ndlich gestalteten sich diese k\u00f6rperlichen Spiele und Wettk\u00e4mpfe ganz verschiedenartig, je nach Kulturstufe des Menschen, nach dessen Milieu und nach etwa zu Gebote stehenden Mitteln. Das lehren uns schon die Beschreibungen der alten Griechen, R\u00f6mer und Germanen. In unseren Hocht\u00e4lern, wo jeder in erster Linie f\u00fcr seine Lebensbed\u00fcrfnisse Selbstversorger sein musste, bewegten und hielten sich alle diese Spiele und \u00dcbungen auf relativ primitiver Stufe. Ein Bed\u00fcrfnis nach unserem modernen Schulturnen machte sich bei unseren \u00c4lplern nicht geltend; denn eigentlich gen\u00fcgten schon das beschwerliche Alltagsleben, die reine Luft und die kr\u00e4ftige Milchnahrung vollends zur F\u00f6rderung von Kraft und Ausdauer. Dabei erhielten sich einige Kraftspiele der Jugend und verwuchsen nach und nach innig mit dem ganzen Volksleben.<\/p>\n<p><strong>Vom Ringkampf zum Schwingen<\/strong><br \/>\nDas Schwingen, diese spezifisch schweizerische Art des friedlichen Zweikampfes, entstand wahrscheinlich aus dem urspr\u00fcnglich freien Ringkampf durch Regelung der Griffe. Der Ringkampf wurde bekanntlich sehr verschieden gef\u00fchrt. Die Griechen rangen ohne Bekleidung und mit einge\u00f6ltem K\u00f6rper; auch der turnerische Ringkampf gestattet keine Griffe an den Kleidern. Dagegen waren fr\u00fcher beim Ringkampf der \u00c4lpler die Kleidergriffe erlaubt. So sollen sich die Appenzeller beim &#8222;Hosenlupf&#8220; erst an den Hosengurten, die Entlebucher beim &#8222;Rutzen&#8220; (Ringen) an den Westen gefasst haben. Daneben waren die Griffe frei. Beim Schwingen aber waren bestimmte Griffe beim Beginn des Kampfes vorgeschrieben, und zwar an der Lendengurte (Hosenb\u00e4ndel) und den Hosenst\u00f6ssen, wobei die Hosen &#8222;bis fast zur H\u00fcfte&#8220; aufgekrempelt wurden. Gelegentlich verwendete man auch Lederriemen oder Stricke, auch Nast\u00fccher, die um Lende und Oberschenkel gelegt wurden, und sp\u00e4ter Schwinghosen, kurze \u00dcberhosen aus starkem Leinen. Wann diese zuerst eingef\u00fchrt wurden, ist nicht bekannt, jedenfalls benutzte man sie schon 1794 am Schwingfest in Bern.<br \/>\nWenn wir das oben aufgef\u00fchrte feste Griffefassen einer kurzen Betrachtung unterziehen, so dr\u00e4ngt uns diese Tatsache unwillk\u00fcrlich die logische Folgerung der Namensgebung des Spieles selbst auf. Urspr\u00fcnglich war sicher das Griffefassen dazu erdacht, beiden Wettk\u00e4mpfern die genau gleiche Ausgangsstellung zu gew\u00e4hrleisten, also einem jeden zum vornherein einen Vorteil zum Kampfbeginn zu verunm\u00f6glichen. Durch diese Griffe wurde zugleich auch die Voraussetzung und die M\u00f6glichkeit geschaffen, dass der behendere oder st\u00e4rkere Partner den Gegner an- und hochzuziehen und ihn griffest vor dem Wurfe im Kreise zu schwingen vermochte. Darum gehen wir kaum fehl, wenn angenommen wird, dass gerade diese Regeln der Griffe unserem Kampfspiel den Namen &#8222;Schwingen&#8220; gegeben haben.<\/p>\n<p><strong>Der H\u00e4ndedruck ist so alt wie das Schwingen<\/strong><br \/>\nNoch etwas anderes hat sich aus der geschichtlich bekannten Urzeit des Schwingens in unver\u00e4nderter Form in die Gegenwart her\u00fcbergerettet; es ist dies der H\u00e4ndedruck der beiden Gegner vor und nach dem Kampfe. So reichte sich und so reicht sich auch heute noch das Schwingerpaar vor Kampfbeginn die Rechte zum Gel\u00f6bnis, dass der Zweikampf ein freundschaftliches Sichmessen an Kraft, Gewandtheit und technischem K\u00f6nnen sein soll. Nach der Austragung desselben wird das gleiche wiederum getan, zum Zeichen daf\u00fcr, dass der Unterlegene seinem Bezwinger die Achtung des Siegers zollt, sich den Entscheiden des Kampfgerichtes zu unterziehen bereit ist und dass beide Gegner nach wie vor gewillt sind, treue Schwingerkameradschaft hochzuhalten.<\/p>\n<p><strong>Schwingen geht auf das 10. Jahrhundert zur\u00fcck!<\/strong><br \/>\nWie lange besteht \u00fcberhaupt das Schwingen in unserem Lande? Fehlen auch genaue Berichte, so darf doch aus all dem Bekannten geschlossen werden, dass das Schwingen im Emmental, Oberland und in Obwalden wie auch im Kanton Schwyz entstand, sich entwickelte und bodenst\u00e4ndig blieb. Verschiedenen Chroniken ist zu entnehmen, dass der Hosenlupf im Appenzell schon im 10. Jahrhundert \u00fcblich gewesen sein soll. Nach Unterwaldner Urkunden kannte man in diesem Kanton das Schwingen schon anno 1670, und aus der ersten H\u00e4lfte des 17. Jahrhunderts sprechen viele Berichte f\u00fcr das Bestehen des Schwingens im Bernervolk. Ja, schon aus dem 15. Jahrhundert gibt eine alte zeichnerische Darstellung bei Gonse, &#8222;L&#8217;Art gotique&#8220;, Aufschluss. Wie bereits an anderer Stelle erw\u00e4hnt, kann urkundlich einwandfrei bewiesen werden, dass die uralte Sennengesellschaft Arth im Jahre 1601 einen Betrag von 8.9 Gulden f\u00fcr Steinstossen, Schwingen, Laufen und Springen auf der Rigi verausgabte.<\/p>\n<p><strong>Vom Dorffest zum schwingerischen Grossanlass<\/strong><br \/>\nDie einfachsten Festchen waren die Dorfschwinget, die regelm\u00e4ssig an gewissen Tagen oder bei gewissen Anl\u00e4ssen (Kirchweih oder &#8222;Chilbi&#8220;) veranstaltet wurden. Dabei sammelten sich die &#8222;Buben&#8220; der Ortschaft und allenfalls der Nachbargemeinden und zogen von einer Dorfmusik und den Zuschauern begleitet auf den Schwingplatz, um ihre Kraft und Geschicklichkeit zu messen. All diese Schwingeranl\u00e4sse bewegten sich in denkbar einfachstem Rahmen ohne besondere Vorbereitungen und dienten mehr den Schwingern der n\u00e4chsten Umgebung. Eine Stufe h\u00f6her standen dann jene Feste, an denen sich Talschaften gegenseitig messen wollten, woran sich eine gewisse Elite aus den besten K\u00e4mpfern beteiligte. Solche Schwingfeste wurden dann regelrecht organisiert, ein eigenes Kampfgericht bestellt und dabei f\u00fcr ansehnliche Preise gesorgt. Bekannt sind derlei Feste auf dem Br\u00fcnig, in Meiringen, Brienz, Entlebuch, Kr\u00f6schenbrunnen und im Emmental an verschiedenen Orten. Die gr\u00f6ssten Feste dieser Art, gewissermassen Zentralfeste, spielten sich sodann fast allj\u00e4hrlich zu Unspunnen bei Interlaken und auf der kleinen oder grossen Schanze in Bern ab. Namentlich waren es die Alphirtenfeste in Bern, die sogenannten Schanzenschwinget, wo sich die W\u00e4gsten aus dem Emmental, Oberland, Entlebuch und aus Obwalden massen. Sie gestalteten sich denn auch zu den beliebtesten Volksfesten Berns und wiederholten sich deshalb allj\u00e4hrlich am Ostermontag. Wie weit sie zur\u00fcckdatieren, ist nicht bestimmt zu sagen, aber jedenfalls waren sie schon in der Mitte des 18. Jahrhunderts \u00fcblich und verblieben bis \u00fcber die Mitte des 19. Jahrhunderts hinaus, und es scheint, dass die Bezeichnung &#8222;Schwingerk\u00f6nig&#8220; f\u00fcr den ersten im Rang just bei diesen Festen in Anwendung kam.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Schwingen Schwingen \u2013 eine typische Schweizerart Wenn ein Schwingklub oder ein Schwingerverband ein rundes Jubil\u00e4um feiern darf und zu diesem Anlass [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":0,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/rigi-schwingen.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/16"}],"collection":[{"href":"http:\/\/rigi-schwingen.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"http:\/\/rigi-schwingen.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/rigi-schwingen.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/rigi-schwingen.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=16"}],"version-history":[{"count":2,"href":"http:\/\/rigi-schwingen.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/16\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":72,"href":"http:\/\/rigi-schwingen.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/16\/revisions\/72"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/rigi-schwingen.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=16"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}